Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Boris Pasternak

Boris Pasternak wurde 1890 als Sohn des impressionistischen Malers Leonid Pasternak und der Pianistin Rosa Kaufmann in Moskau geboren. Er studierte Musik, Jura und Philosophie in Moskau und Marburg. Seine schriftstellerische Laufbahn begann er 1912 als Lyriker unter symbolistischem und futuristischem Einfluss. In den zwanziger Jahren galt er neben Alexander Blok, Majakowski und Jessenin als der bedeutendste moderne Lyriker Russlands. Außer kleineren Prosaarbeiten erschienen seine Übersetzungen von Dramen Shakespeares und Kleists, von Goethes "Faust", von Gedichten Verlaines und Rilkes.
Schon 1946 wurde sein Werk von der sowjetischen Führung scharf kritisiert, sein 1956 vollendeter Roman "Doktor Schiwago" durfte in der Sowjetunion nicht erscheinen, sondern wurde in Italien zuerst veröffentlicht. Für "Doktor Schiwago" erhielt Pasternak 1958 den Nobelpreis, den er jedoch nicht annahm, weil er aufgrund der gegen ihn in der Sowjetunion laufenden Hetzkampagne mit einer Ausbürgerung rechnen musste. Trotz des Verzichts wurde der als "Landesverräter" bezeichnete Pasternak aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Fast 30 Jahre nach Pasternaks Tod nahm 1989 sein Sohn den Nobelpreis in Stockholm stellvertretend an. Längst ein Welterfolg, konnte "Doktor Schiwago" erst 1988 in der UDSSR veröffentlicht werden. Boris Pasternak starb 1960 in Peredelkino bei Moskau.

Bücher von Boris Pasternak

Pasternak, Boris: Eine Brücke aus Papier. Die Familienkorrespondenz 1921-1960

Cover: Eine Brücke aus Papier

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3100605160, Gebunden, 512 Seiten, 44,99 EUR

Mitgeteilt von Jewgenij und Jelena Pasternak. Aus dem Russischen übersetzt von Gabriele Leupold. Nach der russischen Edition herausgegeben von Johanna Renate Döring-Smirnow. Briefe boten Boris Pasternak nahezu vierzig Jahre lang die einzige Möglichkeit, über geographische Grenzen und politische Systeme hinweg mit seiner Familie in Verbindung zu ... mehr lesen
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Pasternak, Boris: Definition der Poesie. Gedichte russisch - deutsch

Cover: Definition der Poesie

Pano Verlag, Zürich 2007, ISBN 3907576918, Kartoniert, 136 Seiten, 16,80 EUR

Übertragen von Christine Fischer. Mit einem Nachwort von Ulrich Schmid. Boris Pasternak gelangte über Umwege zur Dichtung: Der Sohn eines Malers und einer Pianistin wollte zunächst Komponist, dann Philosoph werden, ehe er in der Lyrik die Synthese von Klang und Bewusstsein fand. Zeitlebens blieb die besondere Affinität der Dichtung ... mehr lesen
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Pasternak, Boris / Wolff, Kurt: Im Meer der Hingabe. Briefwechsel 1958-1960

Cover: Im Meer der Hingabe

Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 3631581521, Gebunden, 206 Seiten, 24,80 EUR

Diese kommentierte Edition vereint erstmals 66 Briefe - von Mai 1958 bis Mai 1960 - sowie weitere Materialien aus dem Privatarchiv der Familie Pasternak (Moskau), dem Deutschen Literaturarchiv (Marbach) und dem Nachlass von Helen und Kurt Wolff an der Yale University (New Haven, CT). Der Briefwechsel zwischen Boris Pasternak und seinem amerikanischen ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen