Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 25.05.2012, 11.48 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Blaise Pascal

Blaise Pascal wurde 1623 zu Clermont-Ferrand geboren, er starb 1662 in Paris. Von frühreifer Begabung, entwickelte er 1640 in einer Abhandlung über die Kegelschnitte ("Essai sur les coniques") den pascalschen Satz. Ein umfangreiches Werk zur Kegelschnittlehre ist nur durch G.W. Leibniz' Bericht darüber (1676) bekannt. Seit 1641 arbeitete Pascal an der Konstruktion einer Rechenmaschine, 1647 entdeckte er das Gesetz der kommunizierenden Röhren und wies die Abnahme des Luftdrucks mit steigender Höhe durch Höhenmessung mit dem Barometer am Puy-de-Dome nach ("Traite du vide", entstanden 1651). Weitere Arbeiten beschäftigten sich mit den Eigenschaften der Zykloide, mit der Kombinatorik ("Traite du triangle arithmetique", gedruckt 1654) und der Wahrscheinlichkeitstheorie (Korrespondenz mit P. de Fermat und C.Huygens). Pascal verwendete das Beweisverfahren der vollständigen Induktion, das er auch beschrieb und kommentierte, und lieferte Leibniz in Form des »charakteristischen Dreiecks« (das Pascal im Zusammenhang mit dem Kreis entwickelte: "Traite des sinus") einen wichtigen Anstoß zur Differenzial- und Integralrechnung.
Seit 1649 führte Pascal in Paris und Rouen ein weltmännisches Leben. Eine Wende brachte die mystische Erleuchtung von 1654. Pascal zog sich in das Kloster Port Royal einen Mittelpunkt des Jansenismus, den er schon 1646 kennen gelernt hatte, zurück. Neben weiteren mathematischen Arbeiten widmete er sich theologischen Studien und religiösen Meditationen. Aus dem Verkehr mit den Jansenisten gingen 1656/57 seine "Lettres a un Provincial" hervor. Sie griffen in den Streit zwischen der Kurie und den Jansenisten ein und eröffneten die Polemik gegen die Jesuiten. Diese in fiktiver Briefform abgefasste Streitschrift ließ die religiösen Grundfragen in klarer Form hervortreten und machte sie dem gebildeten Publikum zugänglich. In ihrer alle Mittel der Ironie, des Hohns und des Scharfsinns beherrschenden schriftstellerischen Kunst ist die Schrift ein Höhepunkt der klassischen Prosa Frankreichs. Wegen einer Krankheit konnte Pascal eine seit etwa 1654 geplante Schrift zur Verteidigung des Christentums nur noch bruchstückhaft ausführen. Die Fragmente wurden erstmals 1670 unter dem Titel "Pensees sur la religion" (stark entstellt) veröffentlicht. Erst die Ausgabe von L. Brunschvicg (1904) bot einen verhältnismäßig zuverlässigen Text. (Brockhaus)

Bücher von Blaise Pascal

Pascal, Blaise: Gedanken über die Religion und einige andere Themen.

Cover: Gedanken über die Religion und einige andere Themen

Zsolnay Verlag, Ditzingen 2004, ISBN 3150500451, Gebunden, 571 Seiten, 22,90 EUR

Herausgegeben von Jean-Robert Armogathe. Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. "Die Natur hat Vollkommenheiten, um zu zeigen, dass sie ein Abbild Gottes ist, und sie hat Mängel, um zu zeigen, dass sie nur sein Abbild ist." Die Gedanken Blaise Pascals, des genialen Mathematikers und Physikers, sind eine Entdeckung wert. In brillanter Prosa ... mehr lesen
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Pascal, Blaise: Kleine Schriften zur Religion und Philosophie.

Cover: Kleine Schriften zur Religion und Philosophie

Felix Meiner Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3787317694, Gebunden, 396 Seiten, 78,00 EUR

Herausgegeben und kommentiert von Albert Raffelt. Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. Das literarische Werk Blaise Pascals (1623-1662) zählt zu den großen Klassikern der französischen Literatur. Es umfasst neben den "Lettres provinciales" und den "Pensees" bedeutende kleinere Schriften zur Religion und ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Faktenhuber

24.05.2012: Aichinger hören, empfiehlt die Zeit. Bei Felicitas Hoppe hält sie sich die Ohren zu: Das klappert. Die SZ stellt eine Alkibiades-Biografie vor. Die NZZ sucht mit Adorno den Konvergenzpunkt von Philosophie und Soziologie. Gründliche Ermittlung bescheinigt die FR dem Reporterteam Koldehoff/Timm im Kunstfälscherprozess Beltracchi. Die FAZ zieht höchste finanzpolitische Autorität heran, um Thilo Sarrazin Unfug vorzuwerfen. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
Mehr lesen

Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen