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Ein Versuch, das traditionsreiche Tiefbohrunternehmen Raky, das in Folge finanzieller Schwierigkeiten 1931 in Abhängigkeit von der Deutsche Bergbau AG geraten war, neu zu gründen, stieß bei den Reichsbehörden und auch bei der Auslandsorganisation der NSDAP nicht auf Gegenliebe und scheiterte.(8) Wahrscheinlich hatten schon zu diesem Zeitpunkt die Reichswerke "Hermann Göring"AG mit dem Gedanken gespielt, die Deutsche Bergbau AG aufzukaufen und ihr Know how für die Suche nach Eisenerzen zu nutzen. Überhaupt wollten Partei- und Regierungsinstanzen in ausländischem Besitz befindliche Unternehmen, wie die Gewerkschaft Brigitta und die Deutsche Vacuum Öl AG, aus dem Programm heraushalten: "Berücksichtigt werden nur Unternehmungen, die überwiegend mit deutschem Kapital arbeiten und deren wirtschaftliche Beherrschung in deutschen Händen liegt."(9) Es gehörte ebenfalls zu dieser Politik, dass das Reichwirtschaftsministerium eine Genehmigungspflicht für den Besuch von Ausländern auf deutschen Erdölfeldern verfügte.
Eine Lockerung trat ab 1936 ein. Jetzt konnten in Sonderfällen ”genehme ausländische Ölgesellschaften ebenfalls Reichszuschüsse erhalten. Es wird hierbei vor allem an die Deutsche Vacuum Öl gedacht."(10) Den Hintergrund für diesen Sinneswandel boten offenbar die bis dahin kaum genutzten Konzessionen in Bayern. Sie befanden sich in Händen der Bayerischen Mineralölindustrie AG in München. Die Vacuum Öl hatte ihr Interesse am Kauf der Münchener Firma bekundet und übernahm sie schließlich 1937.(11) In der Tat erhielt die Vacuum Öl 1936/37 für 9 Bohrungen Reichsdarlehen. Allerdings zeigte sich die für das Reichsbohrprogramm verantwortliche Dienststelle Bentz von den recht zögerlichen Aktivitäten der Deutschen Vacuum Öl AG dann doch enttäuscht.
Das Reichsbohrprogramm erbrachte zwischen 1934 und 1945 bemerkenswerte Ergebnisse. Insgesamt wurden 643 Bohrungen durchgeführt. In 504 Fällen konnte Erdöl nachgewiesen werden. 19 neue Erdölfelder wurden erschlossen. Zu den bedeutendsten Aufschlüssen gehörte das Erdgasfeld südlich von Bentheim. Neben den bekannten Strukturen an den Flanken von Salzstöcken wurden erstmals auch Erdöllager auf der Kappe von Salzstöcken aufgeschlossen. Dies betraf Reitbrook, Gifhorn, Sottorf und Mecklefeld. Der Aufwand für die Bohrungen belief sich im Reichsgebietes auf ca. 44 Mio. RM. (12)
Der Anteil der einzelnen Regionen am Reichsbohrprogramm 1934-1945: (13)

Bohrleistung und Erdölförderung in Deutschland von 1932 bis 1944: (14)

Parallel zum Reichsbohrprogramm fand die geophysikalische Reichsaufnahme durch die Preußische Geologische Landesanstalt statt. Halbmonatlich wurden die Messergebnisse in Berlin ausgewertet, zu Karten zusammengestellt und den interessierten Firmen übergeben.
Das Reichsbohrprogramm ging vom Staat aus, beruhte aber nicht ausschließlich auf staatlicher Planung. Die Initiative für die Bohrungen lag vielmehr bei den einzelnen Firmen, die als Antragsteller auftraten und dann nach ihren eigenen Bohrprogrammen arbeiteten. Die Aufwendungen für die Erkundung flossen durch Förderzinsen und erhöhte Steuereinnahmen wieder an den Staat zurück. Das Reichsbohrprogramm war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Erstmals fand eine gründliche und systematische Untersuchung Deutschlands auf Erdöllagerstätten statt.
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(8) Vgl. Aktennotiz vom 9.9.1936 (streng geheim), Archiv der BGR Hannover, Nr. 0086439.
(9) Grundzüge des Verfahrens und der Bedingungen für die Gewährung von Reichsdarlehen an Erdölunternehmungen, Februar 1935, Archiv der BGR Hannover, Nr. 0086424.
(10) Aktennotiz vom 9.9.1936 (streng geheim), Archiv der BGR Hannover, Nr. 0086439.
(11) Vgl. Summary Histories of the North West German Oil Companies, Celle 1947, S. 14.
(12) Vgl. Über die Reichsdarlehen für Erdölbohrungen, Archiv der BGR Hannover, Nr. 86424.
(13) Zusammengestellt nach: Archiv der BGR Hannover, Nr. 86424.
(14) Vgl. Erdöl-Zeitschrift, 75. Jg. Oktober 1959, S. 400.
Mit freundlicher Genehmigung des Beck-Verlages
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