Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Vorgeblättert

Reinhard Mehring: Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biografie

14.09.2009. Kein anderer Rechtstheoretiker prägte wie Carl Schmitt das 20. Jahrhundert. Seine Legitimation der Diktatur und sein Antisemitismus führten zu seinem Aufstieg in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. Linke wie Rechte lassen sich von Schmitt bis heute verführen. Reinhard Mehring legt eine umfassende Biografie vor: Carl Schmitt - Aufstieg und Fall. Lesen Sie hier einen Auszug.

Bild zum ArtikelReinhard Mehring: Carl Schmitt. Aufstieg und Fall
Eine Biografie

Verlag C.H. Beck, München 2009
747 Seiten, gebunden, Euro 29,90

Erscheint am 22. September 2009

Hier zur Leseprobe

Bestellen bei buecher.de

Mehr Informationen beim Verlag C.H. Beck


Aus dem Klappentext: Carl Schmitts ist bis heute neben Martin Heidegger und Max Weber der weltweit am meisten rezipierte deutsche Denker des 20. Jahrhunderts. Ein "weißer Rabe" - so hat Carl Schmitt sich selbst gern wahrgenommen. Der neidbeladene junge Mann aus einfachen Verhältnissen bahnt sich dank seiner brillanten Fähigkeiten den Weg bis an die Spitze der deutschen Rechtswissenschaft - und wird doch nie heimisch im Establishment der Gelehrten und Geachteten. Während er in seinen Schriften den liberalen Rechtsstaat als Verfassungsfassade demontiert und die Legitimität der Diktatur auslotet, jagen ihn Dämonen: sein wilder Antisemitismus, eine selbstzerstörerische Sucht nach Sex, das tiefsitzende Ressentiment gegen die Selbstgefälligkeit jeder bürgerlichen Existenz.

So ist er disponiert, als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen. Er bricht mit seinen jüdischen Freunden, hält Adolf Hitler juristisch den Steigbügel und verstrickt sich tief. Doch schon 1936 kommt er durch Intrigen zu Fall. Nach dem Krieg lebt er zurückgezogen in seiner sauerländischen Heimat und wird zu einer diskreten Schlüsselfigur der intellektuellen Szene. Seine radikalen Theorien über Freund und Feind, Legalität und Legitimität, den Begriff des Politischen werden in alle  Weltsprachen übersetzt und von erzkatholischen Konservativen gleichermaßen intensiv gelesen wie von den kommunistischen Revolutionären der Dritten Welt.

Zum Autor: Reinhard Mehring, geboren 1957, ist Professor für Politikwissenschaft an der PH Heidelberg. Er hat zahlreiche Publikationen zu Carl Schmitt vorgelegt und für diese Biografie eine Vielzahl neuer Quellen ausgewertet.

Leseprobe

Archiv: Vorgeblättert

Christopher Isherwood: Löwen und Schatten

08.02.2010. Großartig erzählt Christopher Isherwood in "Löwen und Schatten" von seiner Schul- und Studienzeit in London und Cambridge in den zwanziger Jahren, von seinen ersten Schreibversuchen und seinen ersten Freunden und Liebhabern. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen

Miljenko Jergovic: Freelander

01.02.2010. Karlo Adum heißt der Held in Miljenko Jergovics neuem Roman "Freelander". Er ist ein pensionierter Lehrer und begibt sich eher widerwillig auf eine Irrfahrt durch Kroatien nach Bosnien und Herzegowina. Zu einer Testamentseröffnung. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen

Alain Mabanckou: Black Bazar

25.01.2010. Alain Mabanckou erzählt in seinem Roman "Black Bazar" sehr selbstironisch von den Träumen afrikanischer Männer, die in Paris ihr Glück suchen. Und hin und wieder auch einen Rückschlag verschmerzen müssen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Aatish Taseer: Terra Islamica

18.01.2010. Was bedeutet es Muslim zu sein? Die Reise des indisch-britischen Journalisten Aatish Taseer durch islamische Länder nach Pakistan zu seinem muslimischen Vater ist auch die Suche nach seiner Identiät. Lesen Sie hier einen Auszug aus seiner Reportage "Terra Islamica". Mehr lesen

Kristof Magnusson: Das war ich nicht

04.01.2010. Der zweite Roman von Kristof Magnusson ist so vergnüglich zu lesen wie sein erster. "Das war ich nicht" erzählt von einem jungen Banker, einem ausgebrannten Schriftsteller und einer ehrgeizigen Übersetzerin, deren Wege sich kreuzen. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen

Jean-Michel Palmier: Walter Benjamin

23.11.2009. In seiner monumentalen Werkbiografie Walter Benjamins zeichnet der französische Philosoph und Kunsthistoriker Jean-Michel Palmier minutiös Benjamins Denkweg nach. Zu den Grundfiguren seiner Erzählung macht er dabei den Lumpensammler, den Engel und das "bucklicht Männlein". Hier Auszüge aus "Walter Benjamin - Leben und Werk". Mehr lesen

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945

05.10.2009. Hunderttausende sahen zu, als SA und Hiltlerjungen am 9. November 1938 Synagogen abbrannten und die jüdische Bevölkerung terrorisierten. Die Mechanismen des Terrors versteht, wer zeitgenössische Dokumente liest. Ein Auszug aus dem zweiten Band der großen Dokumentation zum Holocaust. Mehr lesen

ZZ Packer: Kaffee trinken anderswo

28.09.2009. ZZ Packer beherrscht das Geschichtenerzählen. Die Protagonisten ihrer Kurzgeschichten in "Kaffee trinken anderswo" sind junge Afro-Amerikaner, die sich mit ihrer Identität auseinandersetzen müssen. Zum Beispiel Spurgeon, ein Teenager, der eigentlich zu seinem Debattierclub möchte und statt dessen seinen gerade aus dem Knast entlassenen Vater durch die Gegend kutschieren muss. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Geschichte "Die Ameise des Ichs". Mehr lesen

Martha Gellhorn: Ausgewählte Briefe

07.09.2009. Martha Gellhorn war die Kriegsreporterin des 20. Jahrhunderts, vom Spanischen Bürgerkrieg über den Zweiten Weltkrieg und den Sechs-Tage-Krieg bis zum Vietnamkrieg. Sie war auch eine manische und großartige Briefeschreiberin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Martha Gellhorn: "Ausgewählte Briefe".
Mehr lesen

Thomas Metzinger: Der Ego-Tunnel

31.08.2009. Wir stellen uns unser Ich als den innersten Kern unserer selbst vor. In seinem Buch "Der Ego-Tunnel" behauptet der Neuroethiker Thomas Metzinger, dass dieses Selbst gar nicht existiert. Das Gehirn erzeuge ein rein virtuelles Selbst in einer virtuellen Realität. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen

Nir Baram: Der Wiederträumer

24.08.2009. Joel entdeckt als Kind, dass er eine besondere Gabe besitzt: Er kann die Träume anderer mitträumen und sie ihnen wiedergeben. Jahre später erzählt er seiner Frau davon... Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Der Wiederträumer" des israelischen Autors Nir Baram. Mehr lesen

Siegfried Jägendorf: Das Wunder von Moghilev

20.08.2009. Siegfried Jägendorf gehörte zu mehr als Hunderttausend rumänischen Juden, die von den Nazis nach Transnistrien deportiert wurden. In seinem Buch "Das Wunder von Moghilev" berichtet er, wie es ihm gelang, im Ghetto von Moghilev über zehntausend Juden vor der Vernichtung zu bewahren. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen

Ben Hecht: Von Chicago nach Hollywood

17.08.2009. Ben Hecht lernte das Metier des Krawalljournalisten als jugendlicher Fotojäger in Chicagos Unterwelt. Beste Voraussetzungen für eine Karriere in Hollywood also, wo er die Drehbücher für Ernst Lubitsch, Howard Hawks, Alfred Hitchcock und die Marx Brothers schrieb. Lesen Sie hier einen Auszug aus Ben Hechts Erinnerungen "Von Chicago nach Hollywood". Mehr lesen

John Gray: Politik der Apokalypse

13.08.2009. Nichts hat soviel Unglück über die Menschheit gebracht wie der Glaube an eine bessere Welt, meint John Gray. In seinem Buch "Politik der Apokalypse" rechnet der britische Ideengeschichtler mit dem utopischen Denken in Religion und Politik ab und plädiert für eine rigorose Realpolitk. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Georg Kreisler: Letzte Lieder

10.08.2009. Der Kabarettist und Komponist Georg Kreisler rechnet in seiner Autobiografie "Letzte Lieder" mit bürgerlichem Kleingeist, nationalistischem Größenwahn, der Stadt Berlin, dem Staat Österreich und schließlich dem ganzen letzten Jahrhundert ab. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Gesamtes Archiv: Vorgeblättert