Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 16.03.2010, 14.04 Uhr

Bücherbrief

Mein Hymen gehört mir!

03.02.2010. Joachim Sartorius nimmt uns mit auf die Prinzeninseln. Alma Guillermoprieto schickt uns ins Kuba der Siebziger. Alek Popov füttert uns mit Erzählungen für Fortgeschrittene. Helene Hegemann und Seyran Ates lassen Rezensentenschläfen pochen. Und Barbara Vine serviert eine bildschöne Leiche. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats.

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Weitere Anregungen finden Sie in den älteren Bücherbriefen, der Krimikolumne "Mord und Ratschlag", unseren Notizen zu den Literaturbeilagen vom Herbst 2009, den Leseproben in Vorgeblättert und in den Büchern der Saison vom Herbst 2009.


Literatur

Bild zum ArtikelJoachim Sartorius
Die Prinzeninseln
Marebuchverlag 2009, 18 Euro

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Die Prinzeninseln sind der asiatischen Küste des Marmarameers vorgelagert, ganz in der Nähe Istanbuls. Der Klappentext schildert sie als "als maritimen Vorort der imperialen Metropole am Bosporus", prächtig und satt von Geschichte und Reminiszenzen. FAZ-Kritikerin Karen Krüger hat sich von Joachim Sartorius' Reisebuch über die Prinzeninseln bezaubern lassen. In einer Art autobiografischem Reiseführer erzählt der Berliner Lyriker und Essayist von seinem Aufenthalt in einem Hotel aus der Jahrhundertwende auf der größten der Inseln, er besucht das Haus der Großmutter seines Freundes Orhan Pamuk und preist die Insellandschaften, die sich wie die Schwärmereien eines frisch Verliebten lesen, so die Rezensentin. Für jeden Reisenden in die Kulturhauptstadt des Jahres 2010 dürfte das Buch die passende Lektüre sein.


Bild zum ArtikelAlma Guillermoprieto
Havanna im Spiegel
Eine Erinnerung an die Revolution
Berenberg Verlag 2009, 25 Euro
 
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Alma Guillermoprieto gilt als eine der besten Reporterinnen und Lateinamerika-Kennerinnen der USA, und sie berichtet aus eigener Erfahrung aus Kuba, wohin sie 1970 als Tanzlehrerin ging. Mit Gewinn, so Merten Worthmann in der SZ, vollzieht man als Leser die zwiespältige Reaktion der Autorin auf das Land nach. Da ist einerseits ihr Entsetzen über die "strukturelle Kunst- und Intellektuellenfeindlichkeit" des Landes, dessen sozialistisches Experiment schon 1970 gescheitert ist, andererseits ihre Liebe zu den Menschen und ihrer Begeisterungsfähigkeit. Knut Henkel preist in der NZZ vor allem Guillermoprietos Beobachtungsgabe.


Bild zum ArtikelAlek Popov
Für Fortgeschrittene
Erzählungen
Residenz Verlag 2009, 22 Euro
 
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Es ist schon das dritte Buch des bulgarischen Autors, das auf Deutsch übersetzt wurde. Besonders erfolgreich war sein Roman "Die Hunde fliegen tief", der von FAZ und NZZ glänzend besprochen wurde. Nun also Erzählungen, bisher nur von Jörg Plath in der NZZ besprochen. Er lobt den grotesken Witz der Erzählungen. Ob es um peinliche Internetbekanntschaften, durch plötzlichen Geldbesitz ausgelöste Halluzinationen oder um die Lösung des Hungerproblems durch familiären Kannibalismus geht, der Autor setzt immer noch ein "vergiftetes Sahnehäubchen" drauf, freut sich Plath.


Bild zum ArtikelHelene Hegemann
Axolotl Roadkill
Roman
Ullstein Verlag 2010, 14,95 Euro

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Ok, Helene Hegemann ist 17, die Tochter des Dramaturgen Carl Hegemann (BE, Volksbühne) und ihr Debütroman "Axolotl Roadkill" hat die Rezensenten verhext. Hegemann erzählt von der 16-jährigen, in Berlin lebenden Mifti, die abhängt, Drogen nimmt, verzweifelt ist und neunmalklug. Kurz: Ein typischer Fall von Wohlstandsverwahrlosung. Tobias Rapp eröffnete im Spiegel den Reigen begeisterter Rezensenten mit einem Porträt Hegemanns und schrieb: "Das Buch erzählt auch davon, wie schwierig es ist, im bunten Berliner Themenpark der alternativen Lebensstile einen Ort für die Rebellion zu finden." Danach gaben sich die meisten Rezensenten Mühe, in ihrer Kritik dem flotten Tonfall der Autorin gerecht zu werden. Als "Kugelblitz in Prosaform" lobte Ursula März in der Zeit den Roman. In der FAS versprach ein verzückter Maxim Biller : "Es ist, wie jede große Kunst, sehr moralisch, und wer immer sich von ihm getroffen fühlt, bekommt nach der Lektüre die gleichen Schmerzen wie ein ausgepeitschter Ehebrecher auf dem Marktplatz von Ghom." Und in der FR bewundert Peter Michalzik die "denkgeile Phantasie" der Autorin.


Bild zum ArtikelAlissa Walser
Am Anfang war die Nacht Musik
Roman
Piper Verlag, München 2010, 252 Seiten, 19,95 EUR

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Alissa Walsers neuer Roman ist gleich nach Erscheinen auf große kritische Resonanz gestoßen - wenn auch auf zwiespältige. Die Autorin greift ähnlich wie Daniel Kehlmann in der "Vermessung der Welt" auf historische Begebenheiten zurück. Es geht um den Magnetiseur und Wunderheiler Franz Anton Mesmer, der im 18. Jahrhundert die Salons der europäischen Hauptstädte faszinierte. Roman Bucheli zeigt sich in der NZZ durchaus beeindruckt von der - verbürgten - Geschichte der halben Heilung einer blinden Pianistin, die Mesmer am Ende Vorwürfe einbringt, ein Scharlatan zu sein. Allerdings gefällt Bucheli der Plot besser als seine sprachliche Ausarbeitung, die er häufig genug prätenziös zu finden scheint. Sandra Kegel lobt in der FAZ dagegen gerade die Kargheit der Sprache Walsers.


Krimi

Bild zum ArtikelBarbara Vine
Das Geburtstagsgeschenk
Roman
Diogenes Verlag 2009, 22,90 Euro

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Die Engländerin Ruth Rendell - inzwischen Baroness Rendell of Babergh - ist eine der besten und renommiertesten Krimiautorinnen der Welt. Unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt sie Romane, die eher Thriller- als Krimicharakter haben. Ihr neuester, "Das Geburtstagsgeschenk", spielt im London der 90er Jahre, als noch die Torys regierten. Es geht um Politik, Moral, Sex und eine Leiche. Das besondere an dieser Geschichte ist, dass sie von zwei Seiten erzählt wird: von dem aufrechten Bruder des aufstrebenden jungen Tory-Politikers Ivor Tesham, dessen riskante Liebesspiele mit dem Tod seiner Geliebten enden, und von der gehässigen Jane, die - selbst auf dem absteigenden Ast - ihrer Verachtung, Wut und und ihrem Neid auf das von Tesham verkörperte Establishment Luft macht. Tobias Gohlis hat den Roman in der Zeit in einer kurzen Kritik uneingeschränkt empfohlen. Großes Lob auch im sf-magazin und der Wiener Zeitung - aber Vorsicht: wer diese beiden Kritiken liest, erfährt vielleicht mehr über die Handlung, als er möchte.


Comic

Bild zum ArtikelKerascoet, Fabien Vehlmann
Jenseits
Reprodukt Verlag 2009, 18 Euro

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In zarten Pastellfarben und mit süßer Harmlosigkeit kommt diese Comic-Koproduktion der Autorenduos Kerascoet mit Fabien Vehlmann daher. Und wenn man den Rezensenten Glauben schenkt, steigert sich der Horror kontinuierlich. Worum es in dieser düsteren Fabel genau geht, ist nicht ganz leicht zu sagen - Kerascoet und Vehlmann verbinden Erinnerungen, Fantasien und Albträume in einer Mischung aus Niedlichkeit und Grauen, die die Rezensenten einfach umgehauen hat. "Jenseits" lockt mit Schönheit und fesselt mit Schrecken, schwärmt Christian Schlüter in der FR. In der NZZ verlieh Sven Jachmann dem Comic das Prädikat "exzellentes Kunstwerk".


Sachbücher

Bild zum ArtikelSeyran Ates
Der Islam braucht eine sexuelle Revolution
Eine Streitschrift
Ullstein Verlag 2009, 16,90 Euro

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"Wer zu viel differenziert, differenziert Probleme weg", meint die Juristin Seyran Ates und hat mit diesem Buch auch keine feindifferenzierte Analyse vorgelegt, sondern eine Streitschrift. Ihrer Meinung nach brauchen die islamischen Gesellschaften eine sexuelle Revolution, denn bisher kennen sie die sexuelle Selbstbestimmung weder für Frauen noch für Männer. In der SZ war Karin Steinberger sehr beeindruckt von Ates' Berichten über Ehrenmorde, Jungfrauenkult und Männlichkeitswahn und findet sie sehr glaubwürdig, immerhin hat die Autorin jahrelang in Berlin als Anwältin muslimische Frauen gegen ihre gewalttätigen Ehemänner verteidigt und dabei schwer verletzt worden. Susanne Schröter in der FR und Gustav Falke in der FAZ war das alles zu undifferenziert. Claudia Keller meinte im Tagesspiegel: "Ates plädiert letztlich für eine liberale Zwangsbeglückung der Muslime. (...) Manchmal geschehen Veränderungen aber auf leisen Wegen. Und gehen dann tiefer und halten länger vor." Dieses Buch ist "wichtig, sogar dringend nötig", rief dagegen die Autorin Pieke Biermann im Deutschlandradio: "Die hiesige Frauenbewegung ging damals auf die Straße mit dem Slogan 'Mein Bauch gehört mir!' Wenn diese Streitschrift nur ein bisschen so zündet wie seinerzeit Betty Friedans 'Weiblichkeitswahn', dann hören wir bald bei Demos vielleicht: 'Mein Hymen gehört mir!'"


Bild zum ArtikelTerence James Reed
Mehr Licht in Deutschland
Eine kleine Geschichte der Aufklärung
C. H. Beck Verlag 2009, 14,95 Euro

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Die Aufklärung konnte sich in Deutschland nie richtig gegen Romantik und echten Tiefsinn durchsetzen. In seinem Essay "Mehr Licht in Deutschland" verteidigt der britische Germanist Terence James Reed nicht nur das freie Denken, sondern auch die deutschen Aufklärer gegen die Weimarer Klassiker. In der bisher einzigen Besprechung dieses Buchs preist Alexander Kosenina in der FAZ diese kleine Geschichte als "großes Plädoyer für Individualismus und Freiheit", die schon Kant "vorzüglich in Religionssachen" einforderte. Nur recht kurz wies die NZZ auf das Buch hin, dem sie aber offenbar die erschütternde Erkenntnis entnahm, dass in Deutschland ein "Hang zum Dogmatismus" und zu absoluten Wahrheiten vorherrsche, "der das Selber-Denken immer wieder aushebelt".


Bild zum ArtikelDominik Graf
Schläft ein Lied in allen Dingen
Texte zum Film
Alexander Verlag 2009, 19,90 Euro

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Dominik Graf gehört zu den wenigen Filmemachern, die auch gut schreiben können, entsprechend enthusiastisch wurde sein Band "Schläft ein Lied in allen Dingen" von den Kritikern aufgenommen. In verschiedenen Essays huldigt Graf seinen Lieblingsfilmen und -regisseuren, auch dem Genre, besingt die Vergessenen der Filmgeschichte und und wütet gegen den Kleingeist der deutschen Filmbranche. "Einzigartig" findet Tobias Kniebe in der SZ diese Kombination aus Leidenschaft und Urteilskraft. Ekkehard Knörer attestiert in seinem Cargo-Blog den Texten "unendliche Entdeckungslust" sowie eine unmittelbar ansteckende Begeisterungsfähigkeit. Und die FAZ, deren Filmredakteur Michael Althen das Buch herausgegeben hat, anerkennt das von Graf postulierte "Recht auf Scheitern" und die "Pflicht, sich quer zu den herrschenden Vorlieben zu stellen".


Bild zum ArtikelSteven T. Wax
Kafka in Amerika
Wie der Krieg gegen den Terror Bürgerrechte bedroht
Hamburger Edition 2009, 29,90 Euro

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Steven T. Wax ist Pflichtverteidiger. Von amerikanischen Gerichten wurde er beauftragt, zwei Angeklagte zu verteidigen, die im Kampf gegen den Terror in die Fänge der Ermittlungsbehörden geraten und nach Guantanamo verfrachtet worden waren. Beide Männer waren unschuldig. In seinem Buch "Kafka in Amerika" schildert Wax diese beiden geradezu kafkaesken Fälle und seinen zähen Kampf gegen die Mühlen der amerikanischen Justiz. FAZ, NZZ und taz sind gleichermaßen beeindruckt von Wax' Darstellung des an allen Ecken und Enden knirschenden US-Justizsystems und seiner einleuchtenden, nie polemischen Kritik an der Aushöhlung der Bürgerrechte durch den Patriot Act. Nur die sehr genaue Darlegung aller Haftprüfungsanträge hat die Rezensenten mitunter etwas erschöpft.


Hörbuch

Bild zum ArtikelJuan Rulfo
Pedro Paramo
Roman. 4 CDs, gelesen von Urs Widmer
Christoph Merian Verlag 2009, 29,90 Euro

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Juan Rulfos Roman "Pedro Paramo" hat 1955 den "Magischen Realismus" begründet, schrieb Paul Ingendaay in der FAZ anlässlich der Neuübersetzung bei Hanser. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Mann reist in ein Dorf in der Einöde Mexikos, um seinen Vater zu suchen, einen gewissen Pedro Paramo. Der herrscht dort als Großgrundbesitzer und Tyrann über die Lebenden - und die Toten, die noch aus dem Grab heraus sprechen. Susan Sontag und Jorge Luis Borges gehören zu den großen Bewunderern dieses Romans - und Gabriel Garcia Marquez. Allerdings hat "Pedro Paramo" nichts zu tun mit der farbenfrohen Erzählkunst in Marquez' 'Hundert Jahre Einsamkeit', warnte Andreas Breitenstein in der NZZ: "Karg kommt 'Pedro Paramo' daher, man kann kaum anders, als sich den Roman in Schwarzweiß vorzustellen. Dass das Phantastische szenischer Strenge und sprachlicher Klarheit entwächst, macht sein profundes poetisches Geheimnis aus". Jetzt hat der Schweizer Autor Urs Widmer den Roman als Hörbuch eingelesen. In der Zeit findet das Wilhelm Trapp so eindringlich, dass er die "erdige Konkretheit der Einzelheiten" buchstäblich leuchten sieht.

Archiv: Bücherbrief

Engel der Nutzlosigkeit

05.03.2010. Reiche Ausbeute in diesem Monat: Wir fanden surrealistische Geschichten von Jiri Kratochvil und Leonora Carrington, Liebe überkreuz bei Ulrike Draesner, clevere Hacker bei Cory Doctorow, chinesische Gegenwartslyrik und einige Bücher, die den Rezensenten den Glauben an die Germanistik wiedergaben: Thomas Strässles Literaturgeschichte des Salzes und die Biografie der Brüder Grimm von Steffen Martus. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats.
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Unermessliche Weidegründe

06.01.2010. Reportagen, wie man sie in Deutschland kaum findet - wer würde hier schon sachlich beschreiben, wie man am Nil ein Krokodil fängt; Geschichten um große Geschäftemacher und kleine Kriminelle in der Ukraine; stille Beharrungskraft, die Stalin zur Weißglut brachte; eine superselbstbewusste Unterweisung in lyrischer Demokratie; Eiternessel für miese Kollegen, und Beethoven auf differenziertestem Niveau - die Bücher des Monats Dezember. Mehr lesen

Maskierte Kolportagen

05.11.2009. Yiyun Li lauscht den Bekenntnissen einer Rotgardistin. Barbara Bongartz mordet für einen Courbet. Herta Müller erzählt von ihrer Kindheit im Banat. Daniel Jonah Goldhagen fordert eine Debatte heraus. Alex Ross eigentlich auch. Carl Gustav Jung enthüllt seine Träume. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats November. Mehr lesen

Meilenstein der literarischen Evolution

09.10.2009. Roberto Bolano spürt einer grauenvollen Mordserie in Mexiko nach. David Grossman beschreibt eine Zeit magischen Denkens. Kurt Kaindl fotografiert Landschaften entlang des Eisernen Vorhangs. Liao Yiwu stellt Fräulein Hallo vor. Chris Anderson macht alles kostenlos. Dies und mehr in den besten Büchern des Monats Oktober. Mehr lesen

Anfang Vierzig, Volloptimist

04.09.2009. Barbi Markovic geht mit Thomas Bernhard durch Belgrad. Terezia Mora beobachtet einen Mann ohne Eigenschaften im 21. Jahrhundert. Knut Hamsun hat Hunger. Herta Müller begleitet die Rumäniendeutschen in den Gulag. David Foster Wallace hinterlässt einen Himalaya der Postmoderne. Ben Katchor zeichnet jüdische Einwanderer in New York. Ilija Trojanow und Juli Zeh wehren den Angriff auf unsere Freiheit ab. Die besten Bücher im September.
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Poetische Ironie

05.08.2009. Die weißrussische Dichterin Valzhyna Mort beweist Weltliteraturformat. Joseph O'Connor besingt die irischen Auswanderer des 19. Jahrhunderts. Christian Pernath schafft einen neuen Krimihelden: einen dicklichen einsamen Tierarzt in der Bretagne. Daniel Pennac richtet Schulversager auf. Guy Delisle zeichnet eine Reportage über Burma. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats August. Mehr lesen

Überredungskünste eines Lektors

03.07.2009. Mit blanker Wut inszeniert Pawel Huelle ein letztes Abendmahl in Danzig. Mahmud Doulatabadi lässt die Revolution im Iran scheitern. A. J. Liebling lehrt uns die Kunst des Boxens. Natascha Wodin liebt Wolfgang Hilbig. Monika Maron fährt nach Bitterfeld. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Juli. Mehr lesen

Pralle Stempel

03.06.2009. Walter Kappacher schickt Hugo von Hofmannsthal nach Bad Fusch. Miljenko Jergovic schickt Geschichten aus dem belagerten Sarajewo. John Wray schickt einen Irren in die U-Bahn. Cioran versprüht auf 2000 Seiten Witz und Finsternis. Edvard Koinberg fotografiert das Liebesleben der Pflanzen. Dies alles und mehr in den Büchern des Juni. Mehr lesen

Mitreißend, hinreißend, herzzerreißend

06.05.2009. Roman des Monats ist für uns Mohammed Hanifs "Eine Kiste explodierender Mangos", der bisher nur von der NZZ sehr nachdrücklich empfohlen wurde. Zu den Sachbüchern gehört Irmtrud Wojaks Biografie über Fritz Bauer. Schön auch Florian Werners "Die Kuh - Leben, Werk und Wirkung". Mehr lesen

Existenzevidente Prosa

03.04.2009. Per Olov Enquist blickt in die Abgründe seines Lebens. Julia Schoch bringt eine DDR-Garnisonsstadt zum Leuchten. Junot Diaz schickt einen übergewichtigen Außenseiter ins Rennen. David Foster Wallace fühlt sich in einen Hummer ein. Fareed Zakaria betrachtet die Mikrophysik der globalen Machtpolitik... Dies alles und mehr in den Büchern des April. Mehr lesen

Werbender Liebhaber

10.03.2009. Sibylle Lewitscharoff fährt eine Leiche nach Bulgarien. Peter Adolphsen verwandelt ein Pferd in einen Öltropfen. Mariusz Wilk meditiert am Onegasee. Nicholson Baker riecht Menschenrauch. Adam Zagajewski wünscht sich mehr Leidenschaft - dies alles und mehr in den Büchern des März. Mehr lesen

Diese Vielfalt der Grautöne

06.02.2009. Neue Romane von Philip Roth, Daniel Kehlmann und Gerbrand Bakker, eine Geschichte der Reformation, eine Lincoln-Biografie Notizen aus Srebrenica, Bilder vom Prenzlauer Berg - dies alles und mehr in den Büchern des Februars.
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Frei sein, freundlich sein

06.01.2009. Filip Florian findet ein Massengrab. Paul Auster erfindet einen amerikanischen Bürgerkrieg. Peer Hultberg porträtiert die Erfolgreichen und Versager in Viborg. Jean-Yves Tadie schreibt eine kurze Geschichte über Proust. Natalie Zemon Davis führt durch die Welt des Leo Africanus. Axel Meyer schwimmt mit dem Buntbarsch. Die besten Bücher im Monat Januar. Mehr lesen

Sehnsucht zu dichten?

04.12.2008. Raoul Schrott befördert die Ilias mit Karacho ins 21. Jahrhundert. John Le Carre schickt einen jungen Moslem nach Hamburg und in die Fänge der Geheimdienste. Stephen Fry macht uns zu Dichtern. Alexander Kluge verführt uns zu Marx. Laszlo Földenyi macht uns klüger. Klaus Kreiser porträtiert Atatürk. Die besten Bücher im Monat Dezember.
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Kritiker im Handgemenge

05.11.2008. Romane über Islamisten und die Wirklichkeit eines polnischen Dorfes, eine Hundenovelle, eine Wedekind-Biografie, George Soros' Erklärung der Finanzkrise, ein Bericht über den Terror in Moskau 1937 und ein Streit um den Gottesbeweis des Anselm von Canterbury - dies alles und mehr in den Büchern des Novembers. Mehr lesen

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