Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 21.05.2012, 10.57 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bücher der Saison

Frühjahr 2004

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

09.04.2004. Franziska Gerstenberg und Dorota Maslowska brachten die Kritik fast zum Weinen (vor Glück!). A. L. Kennedy weiß, wie sich ein Mörderwal fühlt, der einen Brief öffnen will. Dies ist ein großer literarischer Frühling. Wir haben die besten Bücher ausgesucht.

Müssen die Zeiten schlechter werden, damit die Literatur besser wird? In diesem Frühjahr sind uns so viele atemlos gefeierte Romane aufgefallen, dass nur zwei Möglichkeiten bleiben: Entweder alle Rezensenten stehen unter Speed. Oder diese Saison geht in die Literaturgeschichte ein. Wir ordnen die Literatur systemtheoretisch in die Felder "Leben heute", "Liebe und Begierde" , Tod", "Vergangenheit und Zukunft" und "prachtvolle Neuübersetzungen". Sogar ein literarisches Meisterwerk hat diese Saison zu bieten: Les Murrays Versroman "Fredy Neptune". Auch andere literarische Genres sind stark vertreten, etwa die Reportage. Bei den Sachbüchern fiel uns zum Beispiel ein wunderbarer Band über die Urgeschichte New Yorks auf, bei den politischen Büchern überwiegt das Nachdenken über Deutschland. Und auch ein paar sehr schöne Kinderbücher hat diese Saison hervorgebracht.

Und da der Perlentaucher so oft nach dem Wunder seiner Existenz befragt wird: Es finanziert sich unter anderm durch die Provisionen unserer Partnerbuchhändler, wenn Sie über den Perlentaucher bestellen.


Romane - Leben heute

Bild zum ArtikelDebüts zuerst! Franziska Gerstenbergs Erzählband "Wie viel Vögel" (bestellen) hat die NZZ fast zum Weinen gebracht. Franz Haas ließ jede Deckung fallen und feierte eine junge ostdeutsche Autorin, die ganz ohne ostalgischen Rückblick auf ihre Kindheit in der DDR auskommt, die statt dessen "Momentaufnahmen aus dem neuesten Deutschland" liefert und mit "leuchtenden Bildern und funkelnden Wendungen" die Alltagsmisere im Osten beschreibt. Auch die taz zeigt sich beeindruckt von der Präzision, mit der Gerstenberg die unterschiedlichen Fluchtversuche ihrer kraftlosen jungen Leute beschreibt. Und die FAZ, die dem Buch den Aufmacher der Frühjahrsbeilage widmete, wundert sich, in wievielen Facetten Gerstenberg den grauen Himmel über Deutschland schillern lässt.

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelEin wahrer Lorbeerteppich wurde für Dorota Maslowska ausgebreitet. Ihren Debütroman "Schneeweiß und Russenrot" (bestellen) schrieb sie mit achtzehn Jahren, in Polen wurde er ein Bestseller. NZZ und FAZ sind fasziniert von dem "farbenprächtigen Jugendslang" des jungen Andrzej, der - von seiner Freundin verlassen - auf der Suche nach tröstlichen Drogen eine namenlose Stadt durchstreift. Richard Kämmerlings rühmt Maslowskas "stupendes Sprachvermögen". Wir "werden Zeuge von Poesie", erklärt Adam Olschewski in der NZZ.
Der kroatische Autor Zoran Feric bringt in seinem Roman "Der Tod des Mädchens mit den Schwefelhölzchen" (bestellen) den Mord an einer Transsexuellen, Elemente des Schauerromans und den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien zusammen. Die Kritik war hingerissen: eine "Balkanversion von Twin Peaks", freute sich die FAZ, mysteriös, doch werde die blutige Realität nie zugedeckt von Esoterik. Die Zeit lobt die bizarre Verbindung von Witz und Wahn und charakterisiert die Kunst des Autors gruselig als "Pathologie am lebendigen Leib".

Bild zum ArtikelDreiunddreißig Kapitel, in denen der Ich-Erzähler, ein "heiliger Franziskus des Hausrats" (SZ) und "gläubigen Sitzpinkler" (FAZ) dreiunddreißig Mal aufsteht, sich Frühstück macht und dem Leser mitteilt, was ihm dabei so durch den Kopf geht. Klingt nicht gerade wie ein Heuler. Aber Nicholson Bakers Roman "Eine Schachtel Streichhölzer" (bestellen) hat die Rezensenten einfach glücklich gemacht. Der Mann kann eben schreiben. Nach einer Weile entfaltet das Buch "metaphysische Feuerkraft" schwärmt Thomas E. Schmid in der Zeit. "In seiner Harmlosigkeit sensationell", findet es Ina Hartwig (FR). Baker gießt einen fast überirdischen Glanz über die Trivialitäten des Alltags, staunt Thomas Steinfeld in der SZ.

Bild zum ArtikelZwiespältig, aber doch mit Interesse aufgenommen wurde Thorsten Beckers türkische Familiensaga "Sieger nach Punkten" (bestellen), ein Roman, dem die FR "Ironie und feinen Humor" bescheinigt, während die FAZ, auch wenn sie die Eleganz der Sprache lobt, nach einer Weile ermüdete und "türkische Geschichtsklitterung" witterte. Ebenfalls gut besprochen wurden Monica Alis Debütroman über die Bangladesher Immigrantenszene in der Londoner "Brick Lane" (bestellen), DBC Pierres "Jesus von Texas" (bestellen), der Gewinner des diesjährigen Booker Preises, und Rujana Jegers "Darkroom" (bestellen), ein Roman, der laut SZ trocken witzig die Dynamik einfängt, die sich zwischen dem allgegenwärtigen Krieg und dem Privaten in Kroatien entwickelt.


Romane - Liebe und Begierde

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelAuf das liebevollste wurde A.L. Kennedys Roman "Also bin ich froh" (bestellen) aufgenommen. Die taz war zu Tränen gerührt von der Liebesgeschichte, in der ein gewisser Cyrano de Bergerac wie der flammende Dornbusch im Alten Testament leuchtend auf dem Küchenstuhl seiner Angebeteten sitzt. Die NZZ ist begeistert vom Zusammenstoß eines romantischen Helden mit einer modernen Heldin, die sich beim Sex fühlt wie ein "Mörderwal, der verzweifelt versucht, einen Brief zu öffnen". Stilhöhe und Gedankentiefe sind einander ebenbürtig, staunt die FAZ.
Gar nicht romantisch, sondern durchtränkt vom französischen Geist der Essays und Traktate des 18. Jahrhunderts (SZ) ist Undine Gruenters letzter Roman "Der verschlossene Garten" (bestellen). Es ist ein Roman über die Liebe, über eine Menage a trois, die am Ende scheitert. Die Rezensenten von vier großen Tageszeitungen waren tief ergriffen. Klugheit und Anmut der Geschichte werden gelobt, Goethe, Stendhal und La Rochefoucault als Vergleich bemüht. Heinrich Detering rühmt in der FAZ die Zartheit und Geschmeidigkeit der Sprache Gruenters. Fasziniert beschreibt er, wie die Autorin scheinbar unversöhnliche Gegensätze ignoriert - "Sinnlichkeit und Intellektualität", eine poetische Sprache und Wörter wie "Scheidenpessar" - ohne dass ein "peinlicher Bruch" entsteht.

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelSehr gut besprochen wurde das Debüt des Briten Adam Thirlwell. "Strategie" (bestellen) ist ein Roman über Sex, ein "absolut zeitgemäßes Buch", wie die taz meint, dass einen unterhaltsamen, aber auch ernüchternden Blick auf die körperliche Liebe zu Beginn des 21. Jahrhunderts wirft. Auch die SZ hatte viel Spaß beim Lesen, warnt jedoch, der Leser müsse bereit sein, sich der "Erzähl-Domina" zu unterwerfen.
Auch Ulrike Draesner hat sich in ihrem neuen Erzählband "Hot Dogs" (bestellen) auf das "prekäre Terrain des Begehrens" (FR) begeben. Geradezu unheimlich findet die FAZ diese Geschichten über "Liebe und Begierde im Zeitalter ihrer reproduktionstechnischen Überflüssigkeit".


Romane - Tod

Bild zum ArtikelJedes Jahr ein neues Buch von Stewart O'Nan, doch "Halloween" (bestellen) hat eingeschlagen, wie sonst nur ein sensationelles Debüt oder ein frisch übersetzter Klassiker. Worum geht's? In einem Städtchen in der amerikanischen Provinz leiden zwei Teenager an den Folgen eines schweren Autounfalls. Drei ihrer Freunde sind dabei ums Leben gekommen. Und diese drei Toten führen den Leser durch den Roman ... In der FAZ zeigt sich Richard Kämmerlings tief beeindruckt von dieser "Abkürzung zur Great American Novel durch den Thrillerwald". Der "sanfte Hexenmeister" O'Nan, schreibt der Schriftsteller Georg Klein bewundernd in der SZ, lehrt uns alte Europäer, die die Bedeutung von Fasching und Karneval vergessen haben, den amerikanischen Totenkult. "Detailgesättigt" und spannend findet die Zeit den Roman, und auch taz und FR sind begeistert.
Sehr gut besprochen wurde auch Marcus Jensens Roman "Oberland" (bestellen), der einen Vertreter der Generation Golf durch die siebziger und achtziger Jahre bis in den Selbstmord begleitet.


Romane - Vergangenheit und Zukunft

Bild zum ArtikelGlänzende Kritiken gab es für Michael Frayns "Das Spionagespiel" (bestellen), ein Roman über zwei Jungs, die während des Zweiten Weltkriegs in der englischen Provinz eine Verschwörung wittern: die Mutter des einen, so scheint es, ist eine deutsche Spionin. Elegant, kunstvoll und geschmeidig wechselt Frayn zwischen kindlicher und erwachsener Erzählweise hin und her, lobt Ulrich Greiner in der Zeit. Die taz nennt das Buch einen feinen Roman über das Übel des Erwachsenwerdens.

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelSechzehn Männer kämpfen bei einem Turnier im "Paradies der Schwerter" (bestellen) gegeneinander, nur einer überlebt. Tobias Meißners Roman hat Lorenz Jäger (FAZ) verstört - er hat keine literarische Kategorie dafür gefunden. Imponiert hat dem Rezensenten die Erfindung immer neuer Motive für die Teilnahme an den blutigen Kämpfen, und fast verblüfft fühlt er sich am Ende auch über die Gegenwart unterrichtet. Auch Christoph Bartmann (SZ) war trotz der teils hölzernen Sprache fasziniert.
Einen "ungeheuer spannenden" Großroman über den Kampf zweier tragikomischer Helden gegen die Kräfte des Kapitals und des Marktes empfiehlt die NZZ. Thomas Rosenbooms "Neue Zeiten" (bestellen) spielt zwar im Amsterdam des Jahres 1888, aktuell scheint er dennoch zu sein. Auch die SZ schwärmt von der "detailverliebten Opulenz" des Buchs und findet es einfach "wunderbar" und dazu noch "vorzüglich" von Marlene Müller-Hass übersetzt.

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelIn Gilles Roziers Roman "Eine Liebe ohne Widerstand" (bestellen) versteckt ein "Ich" einen jüdischen Schneider vor den Nazis. Seine Schwester verliebt sich derweil in einen Nazi-Offizier. Leider konnten die Rezensenten den Mund nicht halten und haben einige Details verraten, die wohl zum Spannendsten des Romans gehören. So bleibe lange Zeit unklar, ob die "namenlose, hybride Erzählerfigur" ein Mann oder eine Frau ist. Doch "die Frage nach Mann oder Frau entpuppt sich als ganz so banal und zum Verwechseln ähnlich wie jene nach Jude oder Goi", schreibt ein faszinierter Volker Breidecker in der SZ. Auch FAZ und FR haben den Roman sehr gelobt.
Ist Christoph Heins "Landnahme" (bestellen) nun das große Wende-Epos? Der Roman zur deutschen Einheit? Taz und FR nicken heftig mit den Köpfen, beschwören die intelligente Konstruktion des Romans, der formal so perfekt sei wie ein goldener Schnitt. Die FAZ jedoch vermisst eine politische Perspektive in dieser Geschichte über einen "mürrischen Agenten der Anpassung", der nach der Vertreibung in der DDR landet und versucht, dort heimisch zu werden. Die SZ findet den Roman "zäh". Da bleibt wohl nur: selber lesen.

Bild zum ArtikelDie schärfsten Verrisse handelte sich Thor Kunkel mit seinem Roman "Endstufe" (bestellen) ein. Rowohlt hatte das Manuskript über die Nazi-Pornoszene abgelehnt, der Eichborn Verlag hat es nun veröffentlicht. Für Robin Detje (SZ) ist es ein "offen revanchistischer und antiamerikanischer" Roman. Die taz hat sich zwar streckenweise unterhalten, konnte aber am Ende die Leier von den "armen, verführten Deutschen" nicht mehr hören. Und FAZ-Rezensent Richard Kämmerlings ekelt sich förmlich vor dem "verschwitzten Kasino-Ton" der Protagonisten.


Prachtvolle Neuübersetzungen

Bild zum ArtikelDas ist kein Buch, erklärt Brigitte Kronauer in der SZ, das "ist ein Orkan, in dem man "überspült und durchbraust" wird. Victor Hugos Roman "Die Arbeiter des Meeres" (bestellen) über einen Fischer, der ein Boot bergen will, um die Hand der Reederstochter Deruchette zu erobern, beweise "mit Glanz, Orkan und Gloria, zu welchen archaischen Erschütterungen, ja Herrlichkeiten Literatur fähig ist". Vor allem die Literatur des 19. Jahrhunderts! Joseph Hanimann rühmt in der FAZ Rainer G. Schmidts "prachtvolle Neuübersetzung" dieses "ozeanischen Werkes", das zu Hugos besten Romanen zähle. Wir sind entzückt von den enthusiastischen Kritiken und regen ein Porträt Mirko Schädels an, der mit seinem Ein-Mann-Verlag Achilla Presse - der Himmel weiß wie - die erste ungekürzte deutsche Übersetzung dieses Klassikers finanzierte.

Bild zum ArtikelBild zum ArtikelBild zum ArtikelMit größtem Lob bedacht wurden außerdem Elisabeth Edl für ihre Neuübersetzung von und ihr höchst hilfreiches Nachwort zu Stendhals "Rot und Schwarz" (bestellen), Claudia Ott für ihre unvergleichliche Neuübersetzung von "Tausendundeine Nacht" (homepage, bestellen) und Swetlana Geiers Übersetzung von Dostojewskis "Brüder Karamasow" (bestellen): Eine echte Alternative zum Original, schwört Ilma Rakusa in der NZZ. Paul Ingendaay rühmt in der FAZ das "vibrierende Deutsch" der Übersetzung. In der FR erklärt Yaak Karsunke die Karamasows für "reaktionär". Wen zum Teufel kümmert das? Soll er doch künftig die Beigbeders der Saison (bestellen) besprechen.

Romane / Lyrik, Krimis, Reportagen, Kinderbücher / Sachbücher / politische Bücher

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Archiv: Bücher der Saison

Frühjahrsbücher

07.04.2012. In der Literatur schickt Ungarn uns in die Abendschule, Prag in die Vorstadt, Israel in den Schlaf, Schottland liefert uns der Huldra aus, Amerika stellt uns auf ein Schlachtfeld, die Niederlande grübeln in Wales über Emily Dickinson, das Surselva veranstaltet ein letztes Besäufnis. Und dann gibt es noch diese multiethnischen Autoren, die feste Identitäten nur lächerlich finden. Die Sachbücher geben uns eine Lektion in Sachen Aufklärung, Rückzug und Beethoven. Mehr lesen

Bücherherbst 2011

28.11.2011. Liegt's am Hype des Deutschen Buchpreises oder ist die deutsche Literatur tatsächlich so in Form? Jedenfalls dominierte sie in den Buchmessenbeilagen. Außerdem begegnen wir Michelangelo in Konstantinopel, selbstmöderischen Käfern in Bukarest und Dandys in Stockholm. Wer etwas belebenden Optimismus tanken will, vertiefe sich in Steven Pinkers "Gewalt". Eva Illouz' Analyse des Liebesmarktes ist eher was für Hartgesottene. Und, tja, wer die Geschichte des Computers besser verstehen will, sollte die Steve Jobs-Biografie von Walter Isaacson durchaus lesen!
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Bücherfrühjahr 2011

11.04.2011. Literatur ist, wenn es ungemütlich und doch herrlich ist. Den Literaten gelang es in dieser Saison am besten in Erzählungen, an erster Stelle Clemens J. Setz in "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes". Große Romane sind in dieser Saison Mangelware. Dafür gibt's gute Reportagen, Erinnerungsbücher und viel böse Philosophen.
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Bücherherbst 2010

15.11.2010. Dieser Bücherherbst war stärker von politischen Büchern geprägt als von literarischen. Stichwort: Sarrazin und Auswärtiges Amt. Dabei gibt es eine Fülle literarischer Neuerscheinungen, die politische Themen aufgreifen. Das gilt in hohem Maße für die argentinischen Romane, aber auch zum Beispiel für Ian McEwans "Solar", eine Komödie über den Klimawandel, oder Sofi Oksanens Roman "Fegefeuer" über die estnischen Traumata. Mehr lesen

Frühjahr 2010

06.04.2010. In den Frühjahrsromanen sehen wir die unheimliche Welt mit den Augen einer Horde Kinder, beobachten Liebende in Teheran, lassen uns von Rosslyns Brüsten zu einem Reim inspirieren und begleiten einen Lehrer auf einer Höllenfahrt im Volvo. Unter den Sachbüchern stachen Daniel Everetts Buch über die Pirahas, "Das glücklichste Volk", heraus, Oliver Jens Schmitts Biografie des albanischen Nationalhelden Skanderbeg und Simon Sebag Montefiores farbenprächtiges Porträt des Fürsten Potemkin. Mehr lesen

Bücherherbst 2009

18.11.2009. Dies ist ein Literaturherbst! Man kann sich auf literarische Entdeckungsreise nach China begeben. Eine Vielzahl von gut besprochenen deutschen Romanen ist erschienen, allen voran Herta Müllers "Atemschaukel". Und in den Amerikas sind zwei fette Romane erschienen, die die Rezensenten euphorisiert und erschöpft haben. Viel Spaß beim Lesen!
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Bücherherbst 2008

04.12.2008. Dieser Winter bietet die Gelegenheit, sich auf literarische Entdeckungsreise in die Türkei zu begeben, oder sich von Uwe Tellkamps "Turm" in die Stadt Dresden vor der Wende zurückversetzen zu lassen. Reiche Ernte auch bei den Sachbüchern. Diskutieren Sie mit!
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Frühjahr 2008

22.04.2008. Okay, da sind die "Feuchtgebiete", da sind Jonathan Littells SS-Fantasien, da sind ein paar wackere deutsche Romane. Aber es gibt nur zwei Bücher, die auf einhelliges Echo der Kritiker stießen. Eins ist gut, das andere ist böse. Außerdem lasen die Kritiker herausragende Comics. Kroatien interessierte nicht alle, aber einige um so mehr. Ein Blick auf die Bücher des Frühjahrs 2008. Mehr lesen

Herbst 2007

26.11.2007. Dieser Literaturherbst gehört zwei russischen Schriftstellern: Wassili Grossman und Warlam Schalamow, deren Jahrhundertwerke endlich auf Deutsch erschienen sind. Einen respektablen Auftritt haben aber auch die deutschen Autoren der mittleren Generation, polnische Tunten, rumänische Manieristen, deutsche Romantiker, streitlustige Atheisten, neapolitanische Camorristi, katalanische Ritter und ein ungenierter Genussmensch. Mehr lesen

Frühjahr 2007

19.04.2007. Einen großen Auftritt haben in diesem Jahr die deutschen Erzähler und Erzählerinnen, und zwar quer durch alle Altersklassen. Wir begegnen verliebten Trollen in Schweden, erbarmungswürdigen Pechvögeln aus Dänemark, piemontesischen Schmugglern und abgestürzten bulgarischen Schriftstellern. Bei den Sachbüchern stechen vor allem die Reportagen und Essays zum Multikulturalismus von Ian Buruma und Amartya Sen hervor, aber auch Geschichtsbände zum Kalten Krieg und Preußen. Und die Kunst wird übersichtlich. Mehr lesen

Herbst 2006

10.11.2006. Absurde Komik aus der Ukraine und Gangsterbosse aus Bombay: Indien und Osteuropa retten die Literatur in dieser Saison. Die Erinnerungen großer Männer bestimmen die Presse, die Erinnerungen an den Ungarnaufstand 1956 berücken die Feuilletons. Das real existierende Sarmatien entzieht sich jeglicher Definition. Und noch vieles mehr in unseren Büchern der Saison. Mehr lesen

Frühjahr 2006

03.04.2006. Die deutschen Feuilletons haben die Fremden entdeckt - und das mit Macht. Die am häufigsten besprochenen literarischen Bücher beschäftigen sich mit einem Reisenden des 19. Jahrhunderts, türkischen Mädchen im Anatolien der Fünfziger, Jugendbanden in Leipzig oder global Sex suchenden serbischen Diplomatentöchtern. Im Sachbuchbereich hat vor allem Necla Keleks Untersuchung über die türkischen Männer in Deutschland heftige Diskussionen ausgelöst. Mehr lesen

Herbst 2005

14.11.2005. Die wichtigsten Romane der Saison handeln von Klonen. Die zweitwichtigsten von der Wende. Die wichtigsten Sachbücher handeln von Mao, von der Rückständigkeit Arabiens und vom Hass. Der Perlentaucher hat die Produktion der Saison durchgesehen und viel interessanten Stoff für lange Abende gefunden. Mehr lesen

Frühjahr 2005

06.04.2005. Erfahrung schlägt Jugend, zumindest in diesem belletristischen Frühling! Der Trend geht zum Zweitroman. Thomas Kling, zu früh verstorben, wird noch einmal für seinen letzten Gedichtband gefeiert. Der Zweite Weltkrieg beherrscht die Sachbücher, aber auch die Idee von einem Leben ohne Arbeit. Wir haben dagegen keine Mühen gescheut, gesichtet und gesiebt, und die besten Neuerscheinungen des Frühlings ausgewählt. Mehr lesen

Herbst 2004

01.11.2004. Terezia Mora, Antje Ravic Strubel, Juli Zeh, Brigitte Kronauer und Irina Liebmann: Dies ist eindeutig der Herbst der deutschen Autorinnen! Es ist auch ein Herbst monumentaler Biografien und des Buchmessenschwerpunkts "Arabische Welt". Wir stellen wir Ihnen die interessantesten Neuerscheinungen des Literaturherbstes vor. Mehr lesen

Gesamtes Archiv: Bücher der Saison